Astro Beobachtungen - Inhaltsverzeichnis

Teil 2: Nützliche Beobachtungsratschläge:


Die ersten Beobachtungen mit dem Teleskop
,
Beobachtungsmöglichkeiten mit dem Teleskop
A) Die Sonne, B) Der Mond, C) Die Planeten

Das Aufsuchen von Planeten und anderen Himmelsobjekten, Beobachtung am Fixsternhimmel, Nützliche Ratschläge für den Umgang mit Teleskopen, Sinnvolles Zubehör
  Die ersten Beobachtungen mit dem Teleskop

Nach dem Aufbau des Teleskopes kann man sofort mit der Beobachtung beginnen, jedoch sind die Beobachtungsresultate nicht optimal. Erst nach etwa einer halben Stunde passen sich die Teleskopteile der Außentemperatur an. Durch Luftschlieren innerhalb des Rohres würde man sonst eine schlechtere Bildqualität erhalten.

Versucht man ein Objekt mit dem Teleskop zu finden, wird dieses zuerst mit dem Sucherfernrohr angepeilt und in die Mitte des Fadenkreuzes gebracht. Eine Ausnahme bildet hier die Sonnenbeobachtung, bei der man unter keinen Umständen das Sucherfernrohr verwenden darf (Irreparable Augenschädigung !). Aus diesem Grunde sollte man das Sucherfernrohr am besten abmontieren (siehe unten).

Danach wird das Okular mit der längsten Brennweite in den Okularauszug eingeführt, damit erhält man ein großes Blickfeld und findet das gesuchte Objekt besser. Anschließend kann auf Okulare mit kleinerer Brennweite zurückgegriffen werden, um eine stärkere Vergrößerung zu erreichen.

Die maximale Vergrößerung, mit der man noch eine gute Abbildung erhält, entspricht etwa dem zweifachen Spiegeldurchmesser. Besitzt man einen Spiegel mit einer Öffnung von 114 mm, so ist die maximale vertretbare Vergrößerung ca. 220 fach, jedoch nicht unbedingt sinnvoll. Die beste Abbildungsqualität hat das Teleskop, wenn die Vergrößerung gleich dem Spiegeldurchmesser ist (in unserem Beispiel 114 fach). Die Vergrößerung läßt sich ganz einfach berechnen, in dem man die Teleskopbrennweite durch die Okularbrennweite dividiert (Teleskop/Okular= V; Beispiel: 900/6 = 150).

Natürlich läßt sich das Teleskop auch als Fernrohr für terrestrische Beobachtungen einsetzen. Dabei ist allerdings zu beachten, daß das Bild im Okular auf dem Kopf steht. Um das Bild aufzurichten, benötigt man ein Umkehrprisma bzw. eine Umkehrlinse. Es gibt sie im Zubehörhandel.
Beobachtungsmöglichkeiten mit dem Teleskop

A) Die Sonne


Die Sonne niemals ohne ausreichenden Augenschutz beobachten! Dies gilt sowohl für das Teleskop als auch für das Sucherfernrohr. Am besten entfernen Sie das Sucherfernrohr vor dem Aufsetzen des Tubus auf die Montierung. Das Sucherfernrohr wird für die Sonnenbeobachtung nicht benötigt.

Die sicherste Beobachtung der Sonne erfolgt mit einem sogenannten Neutrallichtfilter (Preis ab 140,- DM; in Spezialgeschäften erhältlich), das auf die Lichteintrittsöffnung des Tubus aufgesetzt wird.

Desweiteren gibt es noch zwei weitere Möglichkeiten der gefahrlosen Sonnenbetrachtung, die preisgünstiger sind und die Sie mit ein wenig handwerklichem Geschick selber bauen können:


1. Die Sonnenprojektion (nicht bei allen Teleskopen durchführbar)

Hier wird die Sonne auf einen Schirm projiziert (zur Sonnenflecken-beobachtung). Diese Projektionsfläche kann z.B. aus einem Stück weißer Pappe bestehen, die auf einer Sperrholzplatte befestigt ist. Der Schirm sollte ca. 25 cm im Durchmesser haben. Zur besseren Handhabung des Projektionsschirmes aber auch zur Ihrer eigenen Sicherheit sollten Sie den Tubus so drehen, daß der Okularauszug Richtung Boden zeigt. Auf diese Weise schließen sie ein versehentliches Hineinsehen in den Strahlengang weitestgehend aus. Die genaue Ausrichtung des Teleskopes auf die Sonne wird weiter unten beschrieben. Nach der Ausrichtung wird der Projektionsschirm unter den Okularauszug gehalten. Durch Änderung des Abstandes zum Teleskop wird die Größe der Sonne eingestellt. Durch Drehen am Fokussierknopf am Okularauszug erhält man ein scharfes Bild.

Weiterhin wichtig bei der Sonnenprojektion ist, daß Sie nur "ungekittete" Okulare verwenden. Andere Okulartypen können unter Umständen zerstört werden. Fragen Sie Ihren Fachhändler. Außerdem dürfen keine Kunststoffteile im Strahlengang des Teleskops verwendet sein, da sie durch die starke Hitzeentwicklung innerhalb des Strahl zerstört werden können.


2. Die Beobachtung der Sonne mit Hilfe einer Rettungsfolie

Zu diesem Zweck besorgt man sich z.B. im Sportgeschäft eine Rettungsfolie, schneidet drei kleinere Stückchen Folie aus und spannt diese vor die Öffnung des Tubus. Anschließend kann man ausprobieren, ob 2 oder 3 Lagen Folie benötigt werden. Es ist in jedem Fall zu beachten, daß keine Löcher oder Risse in der Folie sind, da sonst zuviel Sonnenlicht auf das Auge trifft und zu irreparablen Augenschäden führt. Man kann sich auch einen Rahmen mit eingespannter Folie selber bauen, der dann nur noch auf den Tubus aufsteckt werden muß.
Das Aufsetzen der Folie erfolgt dabei immer
vor der Ausrichtung des Teleskopes auf die Sonne. Bei dieser Beobachtungsart, wie auch bei Neutralfiltern können Sie jedes Okular verwenden.

Von sogenannten Okularfiltern für Sonnenbeobachtung wird aufgrund des gesundheitlichen Risikos abgeraten. Durch die starke Hitzeentwicklung können diese platzen und das Sonnenlicht trifft ungefiltert auf das Auge (Vorsicht!).

Ausrichtung des TeIeskopes auf die Sonne

Zur Ausrichtung des Teleskops nehmen Sie am besten den Schattenwurf des Tubus auf dem Boden. Verfahren Sie wie folgt:

1) Richten Sie den Tubus grob auf die Sonne

2) Betrachten Sie nun den Schattenwurf des Tubus und bewegen Sie das Teleskop so lange bis dieser Schatten minimal wird.

3) Haben Sie einen Neutrallichtfilter oder Rettungsfohe verwendet können Sie nun durch das Okular schauen und die Sonne scharf stellen.
Verwenden Sie dagegen einen Projektionsschirm, so dürfen Sie auf keinen Fall durch das Okular schauen (Vorsicht!) Beobachten Sie die Sonne nur mit dem Projektionsschirm.
  B) Der Mond

Der Mond ist eines der dankbarsten Himmelsobjekte. Besonders bei ab- oder zunehmendem Mond erscheinen die Krater an der Linie, die den Mond teilt (am sogenannten Terminator) besonders plastisch.
Sehr gut läßt sich auch eine Mondfinsternis beobachten. Man kann dabei verfolgen wie der Schatten der Erde langsam über den Mond streicht und einzelne Krater immer mehr verhüllt.
Wird er bei Vollmond betrachtet, kann das allzu helle Licht als störend empfunden werden. Aus diesem Grund befindet sich im Lieferumfang der meisten Teleskope ein Mondfilter. Man schraubt diesen einfach in die Okularhülse und hat dann ein dunkleres Bild. Gleichzeitig steigert der Filter den Kontrast.
Der Mondfilter darf auf keinen Fall zur Sonnenbeobachtung benutzt werden -> Irreparable Augenschädigung!

© DÖRR GmbH - Foto Marketing, Neu-Ulm http://www.doerrfoto.de