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1. Die Großfeldfotografie
a) Die einfache Methode ohne Fernrohr
Die Kamera wird mit einem hochempfindlichen Film geladen und in einer klaren Nacht von einem festen Standort aus auf den Himmel gerichtet. Bei einer Objektivbrennweite von 35 oder 50 mm erfaßt eine Kleinbildkamera am Himmel ein Feld von 54 x 38 oder 40 x 27 Grad. Als Folge der Erddrehung sieht die Kamera einen Stern auf einer angenäherten Kreisbahn davonlaufen. Um zu vermeiden, daß die Sterne auf dem entwickelten Film zu Strichen ausgezogen werden, muß man die Belichtungszeit begrenzen. Die maximale Belichtungszeit wird abhängig von der als zulässig erachteten Unschärfe des Sternbildes. Ob diese 0,2 oder 0,5 oder mehr Millimeter lang sein dürfen, obliegt der Entscheidung des Amateurs.
Das schwächste topografisch noch zu erfassende Objekt (Stern oder Sternbild) bestimmt neben der Lichtstärke der Kameraoptik der verwendete Film. Grenzen setzen filmseitige Empfindlichkeit, Schärfe, Körnigkeit, aber auch sinnvolle maximale Belichtungszeiten bei einer eventuell schlechten Himmelsdurchsicht, Störlicht usw. spielen eine große Rolle. Die Fachliteratur informiert hierüber ausführlich.
Mit der hier beschriebenen einfachen Himmelsfotografie kann man jedoch schon Sterne, Stemfelder oder sogar Nebel erfassen, die bis ca. 2,5 Größenordnungen schwächer sind, als die, die mit bloßem Auge noch erkennbar sind.
b) Die Methode mit Fernrohrnachführung
Bei dieser Methode ist die Kamera mit dem Fernrohr gekoppelt. Mit Hilfe eines Fadenkreuzokulars im Fernrohr wird diese der scheinbaren Bewegung des Himmels nachgeführt. Das kann entweder mit einem Nachführmotor geschehen oder aber manuell mit Hilfe der zum Fernrohr gehörenden biegsamen Wellen. Ist man zu Konzessionen an eine exakte Punktschärfe bereit, so lassen sich schon bei einer mäßig guten Polachsenjustierung und nur bei Handnachführung mit Belichtungszeiten von wenigen Minuten (Obiektivöffnung z.B. f = 1:3,5) schöne Farbaufnahmen eines größeren Himmelsbereichs erzielen. Bei Belichtungszeiten von 10-15 Minuten und klarem dunklem Himmel sieht man schon rotleuchtende Regionen des ionisierten Wasserstoffs, in denen neue Sterne geboren werden. Bei Schwarzweißfilmen kann man Filter vorschalten, die das Streulicht von Städten ausfiltern und schwache Objekte kontrastreicher wiedergeben oder sogar sichtbar machen.
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